Geschichte der Hospizbewegung im Kreis Soest

1992

Die Geschichte beginnt im Kreis Soest mit der Initiative eines Einzelnen.

Pastor Dietrich Woesthoff lernt während seines Vikariats in London das Hospiz für Sterbende kennen, das Cicely Mary Saunders, eine englische Krankenschwester und Palliativ-Ärztin im Jahre 1967 eröffnet hatte. Er beschließt eine solche Einrichtung auch in seiner Heimat zu gründen. 1992 übernimmt er die Evangelische Gemeinde in Neuengeseke. Er beginnt, für den Hospizgedanken zu werben. Dabei findet er rasch Frauen und Männer, die mit ihm diese Idee verwirklichen möchten

1995

Gründung des Vereins „Freunde und Förderer des Hospiz Marienstift und der Hospizarbeit im Kreis Soest e. V.“

Die Initiatoren planen ein stationäres Hospiz nach englischem Vorbild. Der Verein hat dazu als Ort das leerstehende Gebäude „ Marienstift“ vorgesehen, bisher ein Altenheim der evangelischen Kirchengemeinde Neuengeseke. Dieser Plan kann allerdings nicht realisiert werden, ebenso scheitern Planungen mit anderen Gebäuden in anderen Kommunen.

1997

Beginn der ambulanten Sterbebegleitung durch qualifizierte Frauen und Männer

Ohne das ursprüngliche Ziel – Errichtung eines stationären Hospizes – aus den Augen zu verlieren, beginnt der Verein mit der Akquise und Qualifizierung von ehrenamtlich tätigen Sterbebegleiterin und Sterbebegleitern. Hospiz Arbeit bietet in dieser Zeit ein neues Feld für zivilgesellschaftliches Engagement.

Der Verein wird dabei tatkräftig unterstützt durch eine Reihe von evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, durch Caritas, Diakonie und Johanniter sowie durch das Marienkrankenhaus in Soest. Dieses stellt einen Büroraum und vor allem eine Mitarbeiterin als Koordinatorin zur Verfügung. Eine besondere Unterstützung erfährt der Verein ab 1999 durch die Elfriede-Suppe-Stiftung: mit einem Startkapital von 250.000 € durch den Verkauf des Hauses der Soester Bürstenmacherin erwirtschaftet diese Stiftung eine wesentliche finanzielle Grundlage unserer Hospizarbeit.

2002

Beginn der Förderung der ambulanten Hospizarbeit durch die Krankenkassen

Diese finanzielle Absicherung der Arbeit bietet die Grundlage für die Anstellung einer hauptberuflichen Koordinatorin. Mit ihr und vielen weiteren Ehrenamtlichen wird die ambulante Hospizarbeit in den Kommunen Soest, Bad Sassendorf, Möhnesee und Welver etabliert.

Ergänzt wird die Sterbebegleitung durch die Begleitung trauernder Menschen. In diesem Jahr wird der Name unseres Vereins geändert in „Hospizbewegung im Kreis Soest e. V.“.

2018

Errichtung des christlichen Hospiz in Soest

Das ursprüngliche Ziel unseres Vereins kam 23 Jahre nach seiner Gründung verwirklicht werden: mit unserer tatkräftigen Unterstützung eröffnen das Perthes-Werk und die Johanniter das stationäre Hospiz.

2019

Wir beginnen mit der ambulanten Hospiz Arbeit in Werl, Ense und Wickede

Eine Anfrage des Mariannenhospitals, die Trägerschaft für die ambulante Hospizarbeit in Werl und den benachbarten Kommunen zu übernehmen, wird von uns sorgfältig geprüft – und dies in zwei Richtungen: Stören wir durch eine Übernahme auch keine Aktivitäten anderer Träger? Und haben wir die notwendigen Kapazitäten?

Nach einer Reihe von Gesprächen mit den Kirchengemeinden und anderen Trägern vor Ort entscheiden wir, mit der Sterbebegleitung in diesen drei Kommunen zu beginnen.

In kurzer Zeit melden sich 25 Menschen zwischen 45 und 75 Jahren, die diese Aufgabe nach einer 120-stündigen Fortbildung sowie einer Praktikumsphase beginnen.

Unterstützt wird unsere Arbeit von Kirchengemeinden, Verbänden, Serviceclubs sowie den örtlichen Bestattungsunternehmen.

2024

Wir beziehen neue Büro und Schulungsräume.

Wir sind dankbar, dass wir 28 Jahre lang Gäste im Marienkrankenhaus in Soest sein konnten. Aber der Bedarf nach einem größeren Büroraum und vor allem nach Gesprächs- und Schulungsräumen wurde immer deutlicher.

Wir sind froh, im Juli 2024 in Soest die Räume einer ehemaligen Anwaltskanzlei beziehen zu können. Seitdem sind wir in der Nöttenstraße 21 zu Hause.

Für uns als Ambulanter Hospizdienst hat dieser Ort allerdings nur eine nachrangige Bedeutung. Unsere zentrale Aufgabe ist es, Gast zu sein: in Wohnungen und Häusern, in Altenheimen und Krankenhäusern, an den Betten sterbender Menschen.

In den sieben Kommunen des Westkreises engagieren sich derzeit etwa 60 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer. Sie sind es, die die Zusage unseres Vereins realisieren: wenn Sie möchten, gehen wir mit!